aula akademie der bildenden künste, foto: franz wibmer

a find from the lost

Es geht um eine Betrachtung von Geschichte und der Art, wie Geschichte erzeugt wird. In diesem Fall wird die Exilforschung untersucht. Die Künstlerinnen Lisel Salzer, Edith Kramer und Ili Kronstein die in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts aus politischen Gründen emigrieren mussten spielen als Impulsgeberinnen eine Rolle. Was wird als Exilgeschichte rezipiert? Produziert nicht eine herkömmliche Herangehensweise an Geschichte eine mehrschichtige Unsichtbarkeit jener Künstlerinnen? Anstatt von weit verzweigten Themen wie Antisemitismus und Sexismus auszugehen, wird mit der Untersuchung spezifischer Kunstwerke und Texte begonnen. Ausgehend von diesen Objekten wird versucht, Strukturen ihrer Entstehung nachzugehen. Vielleicht gelingt es so in einen Verhandlungsdiskurs über Geschichte einzusteigen.

Alle Künstlerinnen studierten an der Wiener Kunstgewerbeschule. In der Installation wurden die Arbeiten der Künstlerinnen in der Aula der Akademie der bildenden Künste platziert, an einem Ort wo 1940 eine Büste von Hitler aufgestellt war. Mit dieser Handlung wurde versucht, symbolisch einen Raum zurückzugeben, der ihnen genommen worden war.
Der handgefärbte und –gewebte Vorhang symbolisierte die scheinbare Unsichtbarkeit jener Künstlerinnen.
detail vorhang, foto: peter kodera foto: christian zürner